Musikherbst Wiesbaden

 

XV. Musikherbst Wiesbaden 2020

10. Oktober bis 14. November

 

UNERHÖRT
OPER KONZERTANT | KAMMERMUSIK | VOKALMUSIK

 

Liebe Musikfreunde,

ja, wir trauen uns! Denn wir sind voller Sehnsucht nach lebendiger Musik, wollen das so unbeschreibliche Spannungsfeld zwischen Musikern und den Konzertbesuchern endlich wieder erleben. Wir haben lange geplant, haben in Archiven in Neapel und Wien wunderbare Musik gefunden und können Ihnen so ein Programm mit aufregenden Entdeckungen bieten. „Unerhörtes” versprícht der Titel, vor allem viel „Ungehörtes”.

Doch in diesen seltsamen Zeiten müssen wir Kompromisse schließen. Das groß besetzte Mozart-Konzert kann derzeit nicht realisiert werden und wird deshalb erst in einigen Monaten nachgeholt werden. Doch drei prominent besetzte Kammerkonzerte in der wunderschönen Schiersteiner Barockkirche werden stattfinden!

Sicherheitshalber gehen wir zunächst von einem strengen Hygienekonzept aus, das nur etwas 25% der Sitzplätze vergibt.
Da wir nun aber nicht wissen können, wie zum Zeitpunkt des Konzertes die Vorschriften zu „coronagerechtem” Sitzplan aus­sehen werden, haben wir uns für folgenden Weg entschieden: Bitte teilen Sie uns Ihre Kartenwünsche mit, die wir dann kurz vor dem Konzertdatum entsprechend den dann geltenden Regeln erfüllen werden. Sie können das formlos per Email tun, aber auch per Post. Je früher Sie bestellen, desto bessere Plätze erhalten Sie - wobei es in der akustisch ausgezeichneten Kirche eigentlich gar keine schlechten Plätze gibt...

Prof. Martin Lutz
Künstlerische Leitung

 

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Samstag, 10. Oktober, 18.00 und 20.00 Uhr, Christophoruskirche Wiesbaden-Schierstein

Jan Dismas Zelenka (1679-1745)
Lamentationes Jeremiae Prophetae
Passionsmusik für Soli und Instrumente (1722)

 


Larissa Botos, Alt
Jonathan Darbourne, Countertenor
Erik Reinhardt, Tenor
Christian Wagner, Bass

Instrumentalensemble von „Barock vokal“ Mainz:
Charlotte Berger
, Barockoboe / Traversflöte
Armin Köbler, Barockoboe / Traversflöte
Sergio Azzolini, Barockfagott
Margaret MacDuffie, Barockvioline
Hwa-Won Rimmer, Barockvioline
Wolfgang Wahl, Barockviola
Rainer Zipperling, Barockcello
Ichiro Noda, Kontrabass

Martin Lutz, Leitung

In Verbindung mit Barock vokal, Mainz

 
Eine der bedeutendsten Kompositionen des Barock
Das kompositorische Schaffen Zelenkas ist ohne Übertreibung als katholischer Gegenpol zur protestantischen Kirchenmusik Johann Sebastian Bachs in Leipzig anzuerkennen. Als hervorragender Kontrapunktiker besaß er ein Faible für groß angelegte kompositorische Zyklen.

Die auf erschütternden Texten des Propheten Jeremias über die Zerstörung Jerusalems basierenden Lamentationes von 1722 zeichnen sich durch wechselnde Singstimmen, farbenreiche Instrumentierung, feinfühlige Textvertonung und abwechslungsreiche Tempi aus.

Zelenka stammte aus Böhmen, war 1710 Mitglied der Dresdner Hofkapelle geworden. Vom König mit bedeutenden Kompositionsaufträgen betreut, entwickelte er einen höchst originellen und unkonventionellen, aufregenden Stil. Aufgrund der Verwandtschaft zu den Klangvorstellungen J. S. Bachs wird Zelenka in zunehmendem Maße als dessen Pendant erkannt. Bach selbst schätzte seinen Kollegen sehr, was auf Gegenseitigkeit beruhte.

 

€ 20    Mittelschiff / Mittelempore
€ 12    Seitenemporen (eingeschränkte Sicht)

Karten schriftlich bestellen

 


Sonntag, 18. Oktober 2020, 17.00 Uhr und 19.00 Uhr, Christophoruskirche Wiesbaden-Schierstein

Falsch verbunden!
Außergewöhnliche Besetzungen in der Kammermusik des Barock
Sonaten von Johann Sebastian Bach, Johann Joseph Fux, Joseph Bodin de Boismortier und Georg Philipp Telemann

 


Leonard Schelb, Traversflöte
Swantje Hoffmann, Barockvioline
Clara Blessing, Barockoboe
Johannes Berger, Barockcello
Clemens Bosselmann, Cembalo und Orgel

 
Neue Klänge um 1700
Um 1700 experimentierten viele Komponisten, insbesondere in Deutschland, mit extravaganten Besetzungen. Instrumente wurden neu (und im herkömmlichen Sinne falsch) miteinander verbunden um Farben zu entdecken, eine neue Ebene von Textausdeutung zu erreichen und vor allem die Zuhörer mit immer neuen Klangmischungen zu überraschen.

In diesem Programm haben wir Kammermusik zusammengestellt, die diesen Aspekt in den Fokus nimmt und sehr unterschiedliche Besetzungen beleuchtet oder auch neu konstruiert – denn wie wichtig diese neuen Farben für das Verständnis der Barockmusik sind, wird spätestens dann offenbar, wenn sogar ein Vivaldi, wenn er für Dresden komponiert, sich dieser deutschen Mode annimmt.

 

€ 20    Mittelschiff / Mittelempore
€ 12    Seitenemporen (eingeschränkte Sicht)

Karten schriftlich bestellen

 


Samstag, 14. November 2020, 18.00 und 20.00 Uhr, Christophoruskirche Wiesbaden-Schierstein

Neapolitanische Entdeckungen
Kantaten und Kammermusik von Alessandro Scarlatti (1660-1725) und Nicola Porpora (1686-1768, Erstaufführung)

 

 
Hannah Morrison, Sopran
Andreas Scholl, Altus
Rainer Zipperling, Barockcello
Hubert Hoffmann, Theorbe
Martin Lutz, Cembalo und Orgel

 
Ungehobene Schätze in unzugänglichen Bibliotheken
Eine der bedeutendsten und reichsten italienischen Bibliotheken (170.000 Titel) ist die Biblioteca dei Girolamini in Neapel. Durch Jahrhunderte wurden hier Schätze zusammengetragen, darunter zahllose Musikhandschriften – viele davon sind Auto­graphen.

Doch im 20. Jahrhundert geschah Unglaubliches: Nachdem der Gebäudekomplex im Erdbeben von 1980 beschädigt worden war, dauerte es 32 Jahre bis zur Wiedereröffnung. Doch sofort registrierte man das Fehlen von über 1.000 wertvollster Bände – systematischer Raub der leitenden Mitarbeiter! Seither ist die Bibliothek wieder geschlossen.

Durch höchst glückliche Umstände durfte ich kürzlich dort in einigen Musikhandschriften blättern, entdeckte dabei das Autograph einer Kantate von Porpora, und erhielt die Erlaubnis, das schöne Werk erstmals wieder aufführen zu dürfen. Was hier in prominenter Besetzung geschieht.         Martin Lutz

 

Beide Aufführungen sind ausverkauft.

€ 30    Mittelschiff / Mittelempore
€ 20    Seitenemporen (eingeschränkte Sicht)

 


Verschoben auf Frühsommer 2021, Herzog-Friedrich-August-Saal, Friedrichstraße 22

Mythos Don Giovanni
Wolfgang Amadé Mozart: Szenen aus „Don Giovanni“ (1787)
Giuseppe Gazzaniga: Szenen aus „Don Giovanni Tenorio" (1787)
Christoph Willibald Gluck: Ballettsuite „Don Juan“ (1761)

 

 
Kateryna Kasper, Sopran
Andreas Karasiak, Tenor
Fabian Kelly, Tenor
Thilo Dahlmann, Bariton
Johannes Hill, Bariton
Seungwon Choi, Bass
Bach-Ensemble Wiesbaden
Martin Lutz
, Leitung
Dr. Reinhard Eisendle (Wien), Moderation

 
Ein reizvoller Kontrast zu Mozarts Meisterwerk
Es gibt noch einen Don Giovanni, komponiert von Giuseppe Gazzaniga, der 1743 geboren wurde und 1818 starb. Gazzaniga schrieb Dutzende Opern für Häuser in ganz Italien. Sein Don Giovanni wurde acht Monate vor dem Mozarts uraufgeführt. Und erst der Erfolg dieser Oper ließ Mozart und seinen Librettisten überhaupt an ihre eigene Version der uralten Geschichte vom Verführer Don Juan denken.

Wie das klingt? Nun, es klingt wie eine Oper aus dem späten 18. Jahrhundert: witzig, melodisch, dramatisch. Und es lohnt sich, beide Versionen quasi nebeneinander zu hören!

An die 70 Vertonungen des Don Juan/Don Giovanni-Stoffes gibt es: Opern, Ballettmusiken. Aus ihnen ragt die Suite von Chr. W. Gluck heraus.

 

Da derzeit Orchesterkonzerte nicht möglich sind, wird das Konzert auf den Frühsommer 2021 verschoben.

Sollten Sie am Don Giovanni-Konzert interessiert sein, so bitten wir um Nachricht (z. B. per Email). Wir werden Sie dann rechtzeitig über den neuen Termin im kommenden Frühsommer unterrichten.

 


Der Musikherbst Wiesbaden ist eine Veranstaltung der Musikfreunde Wiesbaden e.V.

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