Musikherbst Wiesbaden

 

XII. Musikherbst Wiesbaden 2014

8. bis 23. November

 

GROSSE GEFÜHLE

 

 

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Samstag,
8. November
2014

19.30 Uhr

Marktkirche

Sinfonisches Chorkonzert
Francis Poulenc: „Gloria“ für Sopran, Chor und Orchester (1963)
Giacomo Puccini:
„Messa di Gloria“ für Solostimmen, Chor und Orchester (1880)

Trine Wilsberg Lund Sopran
Yeonyo Choi Tenor
Falko Hönisch Bass
Schiersteiner Kantorei
Bach-Ensemble Wiesbaden
Leitung: Martin Lutz

 

Leidenschaft und Lebensfreude

Er hörte Verdis Aida - und da war dem jungen Puccini klar, dass er ein Theatermusiker werden würde und nicht (wie vier Generationen seiner Vorfahren) Kirchenmusiker. Doch hatte er 1878 dann doch mit einem Credo seine ersten Erfolge als Komponist. Zwei Jahre später erweiterte er dies Credo zu einer vollständigen Messe, die in Lucca zwar ganz außerordentlichen Eindruck machte, aber dennoch in Vergessenheit geriet und erst 1952 wiederentdeckt wurde. Musik voller Leidenschaft, die in herrlichen Melodien schwelgt.

In Francis Poulenc schlugen zwei Herzen: auf der einen Seite war er der Pariser Dandy, auf der anderen Seite stand sein ausgeprägter Hang zum Katholizismus. Als „eine Mischung aus Mönch und Lausbub“ wurde er einmal treffend beschrieben, und seine Musik spiegelt diese Gegensätze. Doch ist sie die perfekte Verbindung aus Geist und Witz, aus Einfachheit und tiefer Empfindung. Seine Harmonien und Rhythmen sind klangvoll, spritzig, bisweilen gar frech. Manche der besonders eingängigen Melodien möchte man sogar spontan mitsingen.

€ 35 Schiff Reihe 1 - 12
€ 30 Schiff Reihe 13 - 20 / Orgelempore
€ 25 Schiff Reihe 21 - 26
€ 18 Schiff Reihe 27 - 30 / Seitenemporen

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Donnerstag,
20. November
2014

20.00 Uhr

 

Herzog-Friedrich-August-Saal, Friedrichstraße 22

...nicht von dieser Welt

Arien und Orchesterwerke der Wiener Klassik
Kompositionen von Johann Adolf Hasse, Christoph Willibald Gluck, Wolfgang Amadé Mozart und Giuseppe Sarti

Valer Sabadus Countertenor
Bach-Ensemble Wiesbaden
Martin Lutz
Leitung

 

„Der phänomenale Countertenor von Valer Sabadus macht den Abend zum Ereignis.“ (Der Tagesspiegel)

Auf der Suche nach dem verlorenen Klang

Ihre Stimmen waren überirdisch, ihre Körper widernatürlich, sie wurden angehimmelt und verspottet: Die Kastraten. Sie waren die Opernstars des 18. Jahrhunderts. In diesem Konzert erklingen Bravourarien, die den berühmtesten Sopran-Kastraten auf den Leib (besser: die Stimmbänder) komponiert worden waren.

Der Klang einer berückenden hohen Männerstimme schien mit dem Ende der grausamen Praxis verloren. Doch jetzt sorgt mit Valer Sabadus ein Countertenor für Furore, dessen Stimme mühelos in hohe Sopranlagen klettert und auch noch die schwierigsten Koloraturen nuancenreich und mit schwebender Leichtigkeit bewältigt. Publikum und Presse feiern Sabadus mit EchoKlassik Award, Grammy-Nominierung, Deutschem Schallplattenpreis. Er erweist sich als Idealbesetzung für diese Musik.

Diese Stimme mit einer „Strahlkraft, der man sich nicht entziehen kann“ wird vom Bach-Ensemble Wiesbaden begleitet, in dessen Spiel sich Virtuosität mit Energie und kreativer Phrasierungskunst vereint – eine packende Kombination. Neben Ouvertüren und Arien aus der Feder von Hasse, Gluck und Mozart widmen sich die Musiker auch der Musik des Italieners Giuseppe Sarti, der nicht nur in seinem Heimatland, sondern auch in Kopenhagen und St. Petersburg höchst erfolgreich gewirkt hat.

Förderer: Berenberg Bank

€ 35 Reihe 1 - 8
€ 28 Reihe 9 - 12
€ 20 Reihe 13 - 15

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Freitag,
21. November
2014

20.00 Uhr

Roncalli-Saal, Friedrichstraße 26

Der Tod und das Mädchen
Franz Schubert: Streichquartett d-Moll „Der Tod und das Mädchen“
Joseph Haydn: Streichquartett op. 20 „Sonnenquartett“
Bedrich Smetana:
Streichquartett e- Moll „Aus meinem Leben“

Hindemith Quartett:
Ingo de Haas
, Joachim Ulbrich Violine
Thomas Rössel Viola
Daniel Robert Graf Violoncello

 

Unstillbare Sehnsucht nach dem Unaussprechlichen

Sich frei schreiben in schwerer Krankheit, Schmerz und Einsamkeit in bewegende Musik verwandeln - das verbindet den völlig tauben Smetana des Jahres 1876 mit dem schwerkranken Schubert von 1824. Welcher Musiker kennt nicht die schicksalhafte Stelle im vierten Satz, an der Smetana mit einem Violinton in extrem hoher Lage den Beginn seiner Krankheit symbolisiert? Zugänglich, immer fassbar irgendwo zwischen Sonatensatz- und Rondoform mit weitgespannten, schwelgerischen Bögen verströmt die Musik, wie Smetana schreibt, „unstillbare Sehnsucht nach dem Unaussprechlichen“.

Doch erzählen die vorangehenden Sätze von glücklicheren Lebensstationen. Und auch Schuberts Streichquartett ist alles andere als depressiv - eine der bedeutendsten und auch meistgeliebten kammermusikalischen Schöpfungen überhaupt.

Im Hindemith Quartett haben sich vier Streicher zusammengetan, die an führenden Positionen im Frankfurter Opernhaus- und Museumsorchester tätig sind. Die Musiker haben sich alle auch als Solisten international einen Namen gemacht.

€ 20 Reihe 1 - 3
€ 15 Reihe 4 - 6
€ 10 Reihe 7 - 11

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Sonntag,
23. November
2014

17.00 Uhr

Roncalli-Saal, Friedrichstraße 26

Gespräche mit dem Teufel
Szenische Lesung und Konzert mit Werken des Barock
Thomas Sarbacher liest Leszek Kołakowski

Parnassi musici:
Margaret MacDuffie
, Matthias Fischer Barockvioline
Stephan Schrader Barockcello
Martin Lutz Cembalo

 

Ein großer Text eines großen Autors

Gibt es eine Patentlösung, wie man mit dem Bösen ein für allemal fertig werden könnte? Gibt es für jeden Teufel einen Gegenteufel? Schauspieler und Sprecher Thomas Sarbacher rezitiert aus Leszek Kołakowskis acht Diskursen über das Böse: „Gespräche mit dem Teufel“.

Eigenartig, was uns Kołakowski da zumutet: Die Idee, daß der Teufel sich auf einer Pressekonferenz über den Unglauben auslassen könnte, ist schon so grotesk, daß man sich erst einmal auf eine Lachnummer einstellt. Die folgt aber nicht: Der Autor liefert ein grandioses Stück Religionsphilosophie, literarisch verpackt und dem Bösen selbst in den Mund gelegt. Die Form ist unmodern und wirkt weltfremd - wer glaubt schon noch an den Teufel? Zumal Kołakowskis metaphorischer Teufel nicht den gängigen Klischees entspricht. Er ist nüchtern, sachlich, weder charmant noch amüsant. Intelligent, entschlossen, ohne erkennbare Gefühlsaufwallungen geht er seinem Geschäft nach. „Sie haben aufgehört, an mich zu glauben, meine Herren, gewiss, ich weiß davon. Ich weiß es, und es läßt mich kalt“, beginnt Kołakowksis Teufel seinen Monolog.

Dies Konzert folgt einem typischen „Musikherbst-Konzept“ – Musik und Texte verbinden sich in anregender Weise miteinander und versprechen einen abwechslungsreichen, gleichermaßen lehrreichen wie genußvollen Abend. Für die Begegnung mit Thomas Sarbacher haben die Originalinstrumenten-Musiker lustvolle, virtuose, besessene, ewig schöne Werke von Vivaldi, Reali, Händel u.a. ausgewählt.

€ 20 Reihe 1 - 3
€ 15 Reihe 4 - 6
€ 10 Reihe 7 - 11

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„Große Gefühle“ - das Thema des Musikherbst 2014 ist geradezu zu greifen in der melodienreichen Messe von Puccini voller Italianitá, die mit einem der fröhlichsten Werke der französischen Kirchenmusik des 20. Jahrhunderts kombiniert wird.

Oder brillante Arien, die Komponisten der Wiener Klassik für die Gesangs-Stars jener Zeit, die Kastraten, komponierten. Da diese (glücklicherweise) nicht mehr zur Verfügung stehen, schien das ganz besondere Klangbild einer sehr hohen Männerstimme verloren - bis jetzt mit Valer Sabadus ein Countertenor mit extremer Höhe eine Vorstellung dieser „himmlischen“ Klänge geben kann.

Oder emotionale Werke für Streichquartett, gespielt von den Stimmführern des Frankfurter Opernorchesters.

Schließlich mitreißende Texte von Kołakowski - gelesen vom Schauspieler Thomas Sarbacher und verbunden mit Barockmusik des Ensembles Parnassi musici. Große Gefühle der unterschiedlichsten Art. Seien Sie dabei!

Ihr Martin Lutz

 

Der Musikherbst Wiesbaden ist eine Veranstaltung der Musikfreunde Wiesbaden e.V.

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